MITTELALTER

buntes treiben im 15. jahrhundert.

Als ich begonnen habe, mich mit dem Mittelalter, insbesondere der Gewandung zu beschäftigen, hatte ich ein Leinenübergewand mit Trompetenärmeln, Seitenschnürung und ein Leinenuntergewand.

 

Das rote Gewand war chemisch gefärbt und die Nähte mit der Maschine genäht. Das Haubentuch aus gebleichtem Leinen habe ich von Hand genäht. Immerhin! Damit habe ich die ersten Anlässe/Märkte besucht. 

Als in Bern die Karl der Kühne-Ausstellung war, wo die Company of Saynt George das ganze Geschehen belebte, begann ich mich ernsthafter mit der Gewandung der Frau im 15. Jahrhundert zu befassen. Während des Museumsbesuches wurde mir gezeigt wie man Nestelschnüre und Haubennadeln selber herstellt. Und schon war ich infiziert...

grundausrüstung für frauen.

Zu Beginn für Markt- und Anlassbesuche reicht folgende Ausrüstung
(meine Meinung;-)

  • Unterkleid aus Leinen 

  • Überkleid aus Wolle

  • Haube (& Haubennadeln)

  • Gürtel

  • Schuhe & Strümpfe

  • Brotsack (Leinensack für Geldbeutel etc.)

Mit der Zeit kamen bei mir ein Lederbeutel, Essbesteck, Almosenbeutel, Ärmel, Strohhut und für kalte Tage die Houppelande dazu.

 

Um die Schuhe zu schonen, habe ich mir recht schnell Trippen aus Holz zugelegt. Am Anfang ist es etwas gewöhnungsbedürftig in den Teilen zu gehen - aber man gewöhnt sich schnell daran.  Wer etwas einpacken möchte, kann einen Korb oder Plündersack mitnehmen. 

 

Untergewand Mittelalter aus Leinen

Ich habe für die Untergewänder ausschliesslich "weisses" Leinen verarbeitet. Sprich gebleichtes und ungebleichtes. Da Einsätze und Lager auch länger wie 1-2 Tage dauern können, habe ich mir gleich einen kleinen Satz genäht - sprich insgesamt wurden es 5 Stück. Wenn ich nicht als Reenactor unterwegs bin, zieh ich die Gewänder auch gerne bei tropischen Temperaturen an. Leinen kühlt und lässt sich super angenehm tragen, wenn es heiss ist.

Bevor das Leinen bei mir zum Gewand wird, kommt es in die Wäsche - und das bei 60°C oder sogar gekocht. Da kenn ich kein Pardon. Reines Leinen verträgt das problemlos. Der Vorteil liegt auf der Hand. Früher oder später kriegt auch ein Untergewand Schmutz ab. Wenn man es richtig waschen kann, ohne Angst zu haben dass es eingeht und nicht mehr passt, dann hat sich die Vorbehandlung auf jeden Fall gelohnt;-)

Bei Schnitt für das Untergewand solltet man beachten, dass es nicht zu weit ist, weil es sonst unter dem Übergewand unangenehme Falten gibt, welche mit der Zeit scheuern. Macht es so eng wie ihr jedoch noch die volle Bewegungsfreiheit habt. Meine üblichen "Tests" sind, dass ich einen Riesenschritt nehmen kann (Resultat: Minimum Kleidsaumweite) und dass ich meine Arme gut bewegen kann und nicht eingeschränkt bin. Die Länge des Gewandes habe ich so gewählt, dass wenn ich barfuss gerade stehe, der Saum ca. 5 cm ab Boden ist. So wird er nicht sofort schmutzig und ich muss nicht ständige die "Röcke raffen" ;-)

 

Haube Mittelalter aus Leinen

Wie man den zahlreichen Bilder entnehmen kann trägt die Frau im Mittelalter eine Haube. Schliesslich kommt sie bei der Heirat "unter die Haube". Das einfache Tuch ist nicht weiter kompliziert. Mein "Haupttuch" ist so lange wie ich gross und hat eine Breite von der Fingerspitze des Ringfingers bis hin zum Ellenbogen.

Auch dieses Tuch wurde vorgewaschen und danach die Ränder versäubert. Das war der einfachste Part - danach ging es darum, diese Haube irgendwie so zu legen, knöpfen und mit Nadeln zu fixieren, dass es auch nach einer Haube aussah und nicht nach einem Unfall. Ich hatte zum Glück geduldige "Lehrerinnen". Für die Wulsthaube verwende ich ebenfalls dieses Tuch - habe jedoch noch ein Kleineres darunter, welches den Wulst hält. 

Auf teils Bilder habe ich im Nacken noch rote "Wollzotteln" - das ist das sogenannte Gefrens, welches unter der Haube mit einer Schnur um den Kopf angebracht wird. Wer mehr zum Thema Hauben wissen möchte sollte entsprechend recherchieren. Es gibt fürs 15. Jahrhundert verschiedene Varianten - je nach Geographie und Stand. Ich hab mir für meine Trossweibrolle mit der einfachsten begonnen.

impressionen zum 15. jahrhundert.

Als Einstimmung ein paar Bilder von Mittelalter-Anlässen, wo ich mit der Kamera unterwegs war und ein paar Bilder gemacht habe. Die Bilder wurden zwischen 2009 und und 2012 gemacht und geben einen guten Eindruck was im Reenachtment fürs 15te Jahrhundert zumindest damals abging. Ich selber mache seit 2013 Pause, was jedoch nichts mit der Faszination zu tun hat, sondern eher damit, dass ich damals eine neue berufliche Herausforderung annahm und die Prioritäten neu verteilt habe.

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links.

Kleine Linksammlung quer durchs Mittelalter. Kleiner Tipp: Auch wenn es bei dem einen oder anderen Browser schlecht ersichtlich ist, aber die Tabelle hat einen Scrollbalken;-)

literatur.

Medieval Clothing and Textiles I

Boydell Press (2005), Hardcover, 256 pages

Authors: Robin Netherton; Gale R. Owen-Crocker

Dress Accessories, C.1150 - C.1450 (Medieval Finds from Excavations in London)

Boydell & Brewer Inc (2008), Edition: New Ed, Taschenbuch, 410 pages

Author: Geoff Egan 
Other authors: Frances Pritchard, Geoff Egan (Author), Frances Pritchard (Author), Susan Mitford (Illustrator)

Textiles and Clothing, c.1150-1450 (Medieval Finds from Excavations in London)

Boydell Press (2006), Paperback, 236 pages

Author:  Elisabeth Crowfoot

Medieval Fabrications: Dress, Textiles, Clothwork, and Other Cultural Imaginings

Palgrave Macmillan (2004), Paperback, 288 pages

Author: E. Jane Burns

A History of Jewellery 1100-1870

Dover Publications (1989), Edition: New Ed, Paperback, 448 pages

Author:  Joan Evans

Mittelalterliches und frühneuzeitliches Reit- und Fahrzubehör aus dem Besitz der Kunstsammlungen der Veste Coburg

Olms (2000), Gebundene Ausgabe, 282 pages

Author: Axel Gelbhaar

Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen. Grundausstattung für die Frau

Zauberfeder (2005), Edition: 2. Auflage der überarbeiteten Neuauflage, Broschiert, 64 pages

Authors: Rolf Fuhrmann, Wolf Zerkowski 

Essen und Trinken im Mittelalter

Primus Verlag (2006), Edition: 1, Gebundene Ausgabe, 439 pages

Author: Ernst Schubert

Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält. Die vergessenen Küchengeheimnisse des Mittelalters

Area (2004), Gebundene Ausgabe, 159 pages

Author: Hans J. Fahrenkamp